Mit dem Überstundenrechner siehst du, was von ausgezahlten Überstunden netto übrig bleibt: Stunden eingeben, Gehalt und Steuerklasse ergänzen, fertig. Der Rechner ermittelt deinen Stundenlohn aus dem Monatsgehalt, schlägt einen vereinbarten Zuschlag auf und zieht Lohnsteuer, Solidaritätszuschlag, Kirchensteuer und Sozialbeiträge nach den Werten für 2026 ab. Wenn du deine Überstunden noch nicht kennst, berechnet er sie aus Soll- und Ist-Stunden.
So rechnet der Überstundenrechner
Überstunden sind die Stunden über deiner vertraglichen Arbeitszeit: (Ist-Stunden − Soll-Stunden) × Anzahl der Wochen. Wer 4 Wochen lang 44 statt 40 Stunden arbeitet, hat 16 Überstunden.
Stundenlohn bei Monatsgehalt: Monatsbrutto ÷ (Wochenstunden × 13 ÷ 3). Der Faktor 13 ÷ 3 entspricht rund 4,33 Wochen pro Monat. Bei 3.500 Euro und 40 Stunden sind das 3.500 ÷ 173,33 = 20,19 Euro pro Stunde. Steht in deinem Vertrag ein anderer Stundensatz für Überstunden, trägst du ihn direkt ein.
Netto: Der Rechner bestimmt dein Monatsnetto einmal ohne und einmal mit der Überstundenvergütung. Die Differenz ist das, was dir von den Überstunden bleibt. Grundlage sind der Einkommensteuertarif 2026, die Pauschbeträge für Arbeitnehmer, die Vorsorgepauschale nach den Regeln ab 2026 sowie Beitragssätze und Beitragsbemessungsgrenzen der Sozialversicherung 2026. Der Rechner gilt für Steuerklasse I bis IV ohne Faktor und gesetzlich Versicherte; die Lohnabrechnung kann um einige Euro abweichen.
Wie viel bleibt netto von Überstunden?
Oft etwas mehr als die Hälfte. Beispiel: 3.500 Euro brutto, 40 Wochenstunden, Steuerklasse I, keine Kinder, keine Kirchensteuer, Zusatzbeitrag 2,9 %, Arbeitsort außerhalb Sachsens. 20 Überstunden ohne Zuschlag ergeben 403,85 Euro brutto. Davon bleiben rund 220 Euro netto, also etwa 11,02 Euro pro Stunde.
Werden Überstunden höher besteuert? Nein, es gibt keine Sondersteuer für Überstunden. Die zusätzliche Lohnsteuer ist die Differenz zwischen der Abrechnung mit und ohne Überstundenvergütung. Weil der Betrag oben auf dein Gehalt kommt, ist der Abzug darauf meist höher als im Durchschnitt deines Gehalts; wie viel genau, hängt von Gehalt, Steuerklasse und Sozialversicherung ab. Der Rechner geht von einer Auszahlung zusammen mit dem Monatsgehalt aus. Für Nachzahlungen für frühere Zeiträume gelten besondere Regeln: Vorjahreslohn, der erst nach den ersten drei Wochen des Folgejahres gezahlt wird, wird als sonstiger Bezug besteuert. Das bildet der Rechner nicht ab.
Überstundenzuschlag: Anspruch und Steuer
Einen gesetzlichen Anspruch auf einen Überstundenzuschlag gibt es nicht. Ob und wie viel Zuschlag gezahlt wird, regeln Tarifvertrag, Betriebsvereinbarung oder Arbeitsvertrag; üblich sind 25 bis 50 Prozent. Der Zuschlag für Überstunden ist steuer- und beitragspflichtig wie das übrige Gehalt. Bei Teilzeit zählen die Stunden über deiner eigenen Vertragsarbeitszeit; eine Regelung, die Zuschläge erst oberhalb der Vollzeit zahlt, kann Teilzeitkräfte unzulässig benachteiligen.
Sind Überstundenzuschläge 2026 steuerfrei? Nein. Die Koalition hat 2025 angekündigt, Zuschläge für Mehrarbeit über die tarifliche Vollzeit steuerfrei zu stellen; Stand November 2026 ist das nicht geltendes Recht. Davon zu unterscheiden sind Zuschläge für Sonntags-, Feiertags- und Nachtarbeit.
Zuschläge für tatsächlich geleistete Sonntags-, Feiertags- und Nachtarbeit können nach § 3b EStG steuerfrei sein, wenn sie zusätzlich zum Grundlohn gezahlt werden – auch wenn diese Stunden Überstunden sind. Der normale Stundenlohn bleibt steuerpflichtig, und ein gewöhnlicher Überstundenzuschlag wird nicht allein durch die Uhrzeit steuerfrei.
| Arbeit | steuerfrei bis |
|---|---|
| Nachtarbeit 20 bis 6 Uhr | 25 % des Grundlohns |
| Nachtarbeit 0 bis 4 Uhr, wenn vor 0 Uhr begonnen | 40 % |
| Sonntagsarbeit | 50 % |
| gesetzliche Feiertage, 31.12. ab 14 Uhr | 125 % |
| 24.12. ab 14 Uhr, 25. und 26.12., 1. Mai | 150 % |
Für den steuerfreien Anteil wird der Grundlohn mit höchstens 50 Euro pro Stunde angesetzt, für die Beitragsfreiheit in Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung mit höchstens 25 Euro. Bei höherem Stundenlohn bleibt also ein entsprechend begrenzter Teil frei. Diese Zuschläge rechnet der Überstundenrechner nicht mit ein.
Müssen Überstunden bezahlt werden?
Grundsätzlich ja, wenn der Arbeitgeber sie angeordnet, gebilligt oder geduldet hat und die Arbeit nach den Umständen nur gegen Vergütung zu erwarten ist (§ 612 BGB). Ob du Geld oder Freizeitausgleich bekommst, regeln Arbeits- oder Tarifvertrag und Betriebsvereinbarung. Eine Klausel, nach der „alle Überstunden mit dem Gehalt abgegolten“ sind, ist in der Regel unwirksam, weil nicht erkennbar ist, wie viele Stunden gemeint sind. Gibt es keine ausdrückliche Regelung und liegt dein Gehalt über der Beitragsbemessungsgrenze der Rentenversicherung (2026: 101.400 Euro im Jahr), fehlt nach der Rechtsprechung oft die Erwartung einer zusätzlichen Vergütung. Ein vertraglich oder tariflich zugesagter Anspruch bleibt davon unberührt.
Im Streitfall musst du grundsätzlich beides belegen: dass du die Stunden gearbeitet hast und dass der Arbeitgeber sie angeordnet, gebilligt oder geduldet hat. Notiere deshalb Datum, Beginn, Ende und Pausen, zum Beispiel auf einem Stundenzettel, und halte fest, wer die Überstunden veranlasst hat. Einzelne Tage rechnest du mit dem Arbeitszeitrechner nach. Ansprüche verjähren in drei Jahren ab Ende des Jahres, in dem sie entstanden sind – Überstunden aus 2026 also mit Ablauf des 31. Dezember 2029. Ausschlussfristen im Arbeits- oder Tarifvertrag können eine viel frühere Geltendmachung verlangen.
Auszahlen oder abfeiern?
Beim Freizeitausgleich werden Überstunden meist durch bezahlte freie Zeit ausgeglichen; ob Zuschläge zusätzlich als Zeit gutgeschrieben werden, regelt die Vereinbarung. Bei der Auszahlung gehen Steuern und Sozialbeiträge ab – im Beispiel oben gut 45 Prozent –, dafür zählen die Beiträge für Rente und Arbeitslosengeld mit. Wer viel verdient oder ohnehin knapp an Zeit ist, fährt mit Freizeit meist besser. Im Minijob ist Vorsicht geboten: Ausgezahlte Überstunden zählen zum Verdienst, und die Grenze liegt 2026 bei regelmäßig 603 Euro im Monat; nur ein gelegentliches, unvorhersehbares Überschreiten ist erlaubt.
Überstunden im Betrieb erfassen
Arbeitgeber müssen die Arbeitszeit ihrer Beschäftigten erfassen, so hat es das Bundesarbeitsgericht am 13. September 2022 entschieden (1 ABR 22/21). Mit einem Arbeitszeitkonto in einer Zeiterfassungs-App sehen Beschäftigte und Betrieb jederzeit, wie viele Plus- und Minusstunden aufgelaufen sind, und es gibt keinen Streit über Zettel. Welche Software zu eurem Team passt, zeigt unser Software-Finder für Zeiterfassung.
Häufige Fragen
Wie viele Überstunden sind erlaubt?
Das Arbeitszeitgesetz begrenzt die Arbeitszeit auf acht Stunden pro Werktag, verlängerbar auf zehn Stunden, wenn im Durchschnitt von sechs Monaten oder 24 Wochen acht Stunden pro Werktag nicht überschritten werden. Daraus ergeben sich im Durchschnitt höchstens 48 Stunden pro Woche. Dazu kommen mindestens 30 Minuten Pause bei mehr als sechs Stunden, 45 Minuten bei mehr als neun Stunden und elf Stunden Ruhezeit zwischen zwei Arbeitstagen; Tarifverträge und einzelne Branchen können abweichen. Ob und wie viele Überstunden du leisten musst, steht im Arbeits- oder Tarifvertrag.
Was ist der Unterschied zwischen Überstunden und Mehrarbeit?
Im Alltag wird beides gleich verwendet. Überstunden sind die Stunden über deiner vertraglichen Arbeitszeit. „Mehrarbeit“ bedeutet je nach Gesetz oder Tarifvertrag Unterschiedliches, im Schwerbehindertenrecht zum Beispiel Arbeit über acht Stunden am Werktag.
Rechnet der Rechner auch für Minijobs und Teilzeit?
Teilzeit ja, du trägst einfach deine vertraglichen Wochenstunden ein. Für Minijobs (bis 603 Euro) und den Übergangsbereich (603,01 bis 2.000 Euro im Monat) gelten eigene Abgaberegeln, die der Rechner nicht abbildet; er zeigt dann einen Hinweis.
Stand: 07.11.2026. Werte für 2026, allgemeine Information, keine Steuer- oder Rechtsberatung.
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